Eindrücke meiner Gäste in Palästina und Israel

24 Nov

In den vergangenen Monaten haben mich 21 Freunde besucht. Zusammen haben wir frühmorgens an Checkpoints gestanden, haben bei der Olivenernte mitgeholfen, im Mittelmeer und im Toten Meer gebadet, bei palästinensischen und israelischen Familien gegessen, an einer Tour von „Breaking the Silence“ teilgenommen und immer wieder die israelische Sperranlage durchquert. Als sie wieder zu Hause angekommen waren, habe ich meine Freunde gefragt, was ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist von ihrem Besuch. Hier einige Eindrücke:

„Diese Chicas mit ihren Maschinengewehren. Und sowieso wie jung und doch schon recht böse und unberechenbar die israelischen Soldatinnen und Soldaten sind.“

„Dass man obligatorisch “Kindersoldaten” rekrutiert“.

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„Die nahe Luftdistanz zwischen palästinensischen und israelischen Ortschaften. Es ist alles absurd nahe, aber halt doch so getrennt voneinander.“

„Dass man innert 15 Minuten mit dem Auto von der dritten in die erste Welt fahren kann. Von Schusslöchern in der Hauswand zu Latte Macchiato.“

„Die riesigen Unterschiede: Das, was wir in Israel gesehen haben, ist ja praktisch westlicher Standard. Dann fährt man eine Dreiviertelstunde mit dem Auto und man ist in einer anderen Welt.“

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„Mit eigenen Augen zu sehen und am eigenen Leib zu spüren, welch stiller Krieg dort im Gange ist. Anscheinend ein vollkommen durchdachter Plan das ganze. Viel komplexer, als man sich vorstellen kann. Eine Form von Gewalt, die viel mächtiger und unheimlicher ist.“

Palästinensische Mädchen auf ihrem Schulweg, Azzun Atma 2 Checkpoint, 11.13, Maria

Palästinensische Mädchen auf ihrem Schulweg, Azzun Atma 2 Checkpoint, 11.13, Maria

 

„Das feine Essen.“

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„Der Checkpoint. Fast gespenstisch und einem Gefängnis ähnlich, mit seinen Wachtürmen, Mauern, Stacheldrähten und Anweisungen über Lautsprecher.“

„Mir sind fast die Tränen gekommen am Checkpoint, als wir dort gestanden sind und zugeschaut haben, wie die Menschen morgens um drei in der Schlange stehen und uns dann ein Mann angelächelt und gesagt hat: „Welcome“.“

„Der Checkpoint hat mir kurz die Tränen in die Augen getrieben. Die Leute in diesen Käfigen morgens um drei.“

„Der Checkpoint mit all den Gittern, Stacheldraht und dass es so lange geht, bis sie durch sind.“

Qalqiliya-Checkpoint, 09.13, Maria

Qalqiliya-Checkpoint, 09.13, Maria

 

„Die Verhaftungen der beiden Knaben von 10 und 12 Jahren durch das israelische Militär, weil sie angeblich kleine Steine auf Autos geworfen haben.“

„Die zünftige Hirnwäsche, welcher die Soldaten bei Ihrer Ausbildung unterzogen werden, so dass sie  blind und ohne nachzudenken ausführen, was die Regierung ihnen befiehlt.“

Zwei palästinensische Knaben werden verhaftet und ohne Eltern abgeführt, 10.13, Maria

Zwei palästinensische Knaben werden verhaftet und ohne Eltern abgeführt, 10.13, Maria

 

„Überhaupt die ganze Einstellung von den Leuten. Die haben fast alle kein bisschen Einsicht, dass sie daneben liegen könnten.“

„Dass Palästina in den Köpfen der Israelis, selbst bei den Jungen, nicht existiert und wenn, dann als „Feindesland“.

„Die einzige Hoffnung sind die Menschen, nur hören sie sich nicht, weil Interessenskonflikte von Politikern über sie bestimmen. […] Und gleichzeitig diese angespannte Ruhe, das geht ja doch irgendwie alles nebeneinander her; Siedler, Palästinenser und so… eine erstaunliche Ruhe. Und dann die Tel-Aviver, die denken, sie werden in Palästina auf der Stelle erschossen.“

„Wie weit eine Zweistaatenlösung in die Ferne gerückt ist und weder von den Israelis noch von allen Palästinensern, die am Ende doch auch auf eine funktionierende Verwaltung und einen Sozialstaat hoffen, gewünscht wird und wie alles in einen Apartheid-Staat mit totaler Überwachung ohne eine rechtsstaatliche Legitimation schlittert.“

Tafel, die Eingang zu palästinensischer Zone A kennzeichnet, 10.13, Fredrik Djurklou

Tafel, die Eingang zu palästinensischer Zone A kennzeichnet, 10.13, Fredrik Djurklou

 

„Die durchaus verblüffende Freundlichkeit der Menschen den „Fremden“ gegenüber und damit verbunden das (verständliche) Bedürfnis, immer wieder zu erwähnen, dass sie auch nur ganz normale Menschen sind, die ihrer Arbeit nachgehen möchten/müssen, um zu leben. Und sie betonen natürlich, dass sie keine Terroristen sind. Diese üblichen Vorurteile sind also schon so stark eingeprägt bei den Palästinensern selbst, dass sie sich bereits im Voraus rechtfertigen. Und das vollkommen grundlos.“

„Keine Spur von Gewalt [von Seiten der Palästinenser], was mich eigentlich ein bisschen verwundert angesichts ihrer jahrelangen Unterdrückung.“

„Die herzlichen und zuvorkommenden Menschen in Palästina, die trotz der hoffnungslosen Situation das Beste aus ihrem Leben machen.“

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„Dass diese Siedlungen ungehindert wachsen und wie Festungen dort stehen.“

„Zu den Siedler ist zu sagen: Ich finde total unverständlich, warum man freiwillig mit Kindern und unter totaler Bewachung hinter Stacheldraht leben will. Für mich wäre das ein totaler Freiheitsentzug.“

Illegale israelische Siedlung  im Qalqiliya-Distrikt, 11.13, Maria

Illegale israelische Siedlung im Qalqiliya-Distrikt, 11.13, Maria

 

 

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Gespräche mit meinem israelischen Freund

6 Okt

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Vor ein paar Tagen habe ich meinen israelischen Freund Joni in Tel Aviv besucht. Wir hatten uns schon seit drei Wochen nicht mehr gesehen und haben uns von unseren neusten Erlebnissen erzählt. In Israel haben in der Zwischenzeit drei wichtige religiöse Feste stattgefunden und ich wollte alles darüber erfahren. Joni wiederum interessierte sich für meine Arbeit im Westjordanland und so habe ich ihm von den Vorfällen erzählt, die mir besonders nahe gegangen sind:

Vorfall 1
Im Jordantal wurden die Häuser von 48 Palästinensern durch das israelische Militär abgerissen. Dies weil sie ohne Bewilligung, also nach israelischem Gesetz illegal, gebaut worden sind. Das wirft die Frage auf, wie es sein kann, dass palästinensische Häuser illegal sind, wo doch Israel das Land, auf dem die Häuser gebaut sind, schon illegal (nach dem internationalen Völkerrecht) besetzt. Zudem haben Palästinenser im Jordantal so gut wie keine Chance, eine Baubewilligung von Israel zu erhalten. Vier Tage nachdem die Häuser abgerissen wurden, am 20. September, hat das Internationale Komitee des Roten Kreuzes einen Lastwagen mit Hilfsgüter in das Dorf geschickt. Neben verschiedenen Menschenrechtsorganisationen und Diplomaten war an diesem Tag auch unsere Organisation (EAPPI) vor Ort. Israelische Soldaten verhinderten die Abgabe der Hilfsgüter und nahmen den Lastwagen in Beschlag. Eine französische Diplomatin, die sich im Lastwagen befand, wurde von Soldaten nach draussen gezerrt, wo sie sich auf den Boden legte um die Beschlagnahmung der Hilfsgüter zu verhindern. EAPPI hat den Fall dokumentiert und besucht das (Ex-) Dorf seither jeden Tag. Auch ich war letzten Freitag vor Ort.

Mein israelischer Freund Joni hat auch vom Vorfall gehört. Gemeinsam haben wir uns darüber aufgeregt, ohne genauer auf den Grund der Aufregung einzugehen. Joni hat dann abschliessend gemeint:

„Nun ja, zumindest hat der Hollande nach einem Gespräch mit Bibi (Benjamin Netanyahu) die französische Diplomatin abgezogen und versprochen, sie zu bestrafen.“

Video von EAPPI: Ausschreitungen in Mak-hul, Jordantal

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Vorfall 2
Als Folge des Mords an einem Israeli am 21. September ist nicht nur der Palästinenser, der den Mord (angeblich) begangen hat, festgenommen worden, sondern auch sechs seiner Brüder sind in Haft. Die Ehefrauen und Kinder der Verhafteten sind nun auf sich alleine gestellt und auf Hilfe von Nachbarn und dem Dorf angewiesen. Zudem fürchten sie eine mögliche Zerstörung all ihrer Häuser durch das israelische Militär. Von Joni wollte ich wissen, ob denn, angenommen er hätte einen Palästinenser umgebracht, auch seine Geschwister festgenommen und als Kollektivbestrafung die Häuser seiner Familie abgerissen würden.

Joni: „Ja klar, wenn es sich um einen terroristischen Akt handelte auf jeden Fall. Die Familie muss bestraft werden und Untersuchungen müssen vorgenommen werden.“

Ich: „Was ist der Unterschied zwischen einem terroristischen Akt und einem „normalen“ Verbrechen?“ Joni: „Ein terroristischer Akt ist ein Akt, der begangen wird, weil das Opfer israelisch oder jüdisch ist.“

Ich: „Angenommen, ich als Schweizerin würde einen Israeli auf Grund seiner Staatsangehörigkeit oder Religion umbringen, wäre ich dann eine Terroristin?“

Joni: „Ja klar und wir würden deine Familie festnehmen.“

Ich: „Ihr könnt nicht einfach in die Schweiz kommen und meine Familie festnehmen.“

Joni: „Nein, aber wir haben Mossad (israelischer Auslandsgeheimdienst) und den würden wir dann in die Schweiz schicken um zu tun, was getan werden muss.“

Später an diesem Abend in der Wohnung von Joni habe ich plötzlich aus Richtung Laptop eine vertraute Unterhaltung gehört. Es handelte sich um ein Youtube-Video, auf dem Auseinandersetzungen zwischen israelischen Siedlern und Palästinensern in Hebron zu sehen sind. Ein 15-jähriger Junge wurde dabei verletzt. Die zwei Gruppen sind aneinandergeraten, nachdem israelische Siedler eine Dachterrasse von Palästinensern in Beschlag genommen hatten. EAPPI und weitere Hilfsorganisationen waren vor Ort. Der Junge wurde schliesslich ohnmächtig ins Spital eingeliefert. Hier ein Video dazu:
Video von internationaler Menschenrechtsorganisation: Auseinandersetzungen 15-jähriger Junge Hebron

Erfreut darüber, endlich einen gemeinsamen Nenner unserer Entrüstung gefunden zu haben, bin ich zum Laptop geeilt. Doch ich habe schnell gemerkt, dass das Problem aus israelischer Sicht ganz anders dargestellt wird:
Video von israelischer Organisation: Auseinandersetzungen 15-jähriger Junge Hebron

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Qalandia-Checkpoint

24 Sep

„You can’t live here for good.“, sagt Mohannad zu meiner Freundin Tamara, Halbpalästinenserin. „People crack here.“ Für Leute, die hier aufgewachsen sind, mag das Leben normal erscheinen. Für andere, die hier nur für eine begrenzte Zeit leben, ist es schwierig. Und für diejenigen, die sich entschliessen, dauerhaft hier zu leben, ist es oft unerträglich. Menschen gehen daran „kaputt“, wie Mohannad es ausdrückt. Es stimmt. Man muss sich „brechen“ lassen um unter diesen Umständen leben zu können.

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In Ramallah (Westjordanland) lebend und in Jerusalem studierend, muss ich diesen Sommer den Qalandia-Checkpoint zweimal täglich passieren. Qalandia ist einer der grössten Checkpoints entlang der israelischen Sperranlage, 2000 bis 3000 Leute passieren ihn täglich zwischen 04.30 und 07.00 Uhr um nach Israel zu gelangen. Viele Palästinenser gehen nach Israel zur Arbeit, weil die Jobsituation in Palästina oft aussichtslos ist. Um nicht zu spät am Arbeitsort zu sein, kommen die ersten bereits gegen 4 Uhr morgens an den Checkpoint. Der ganze Durchquerungsprozess kann um diese Zeit schon mal eine Stunde dauern. Angestanden wird in schmalen, käfigartigen Gängen, bevor man durch Drehkreuze ins Innere des Checkpoints gelangt. Verschiedene sogenannte Terminals mit weiteren Drehkreuzen führen zur Passkontrolle. Dort wird das Gepäck auf einem Förderband durchleuchtet, während man selber durch einen Metalldetektor geht. Nebst Pass werden bei Ausländern auch Visa und bei Palästinensern Arbeitsbewilligungen gecheckt. „Wahad, wahad“, immer einer nach dem anderen, wie es aus den voll aufgedrehten Lautsprechern dröhnt. Auf Hebräisch, versteht sich.

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Hinter verschmutztem Glas sitzen 18- bis 22-jährige israelische Soldaten und Soldatinnen. Tief in die Sitze versunken gehen sie halbherzig ihren Verpflichtungen nach, spielen mit ihren Smartphones oder plaudern miteinander. Immer mal wieder sieht man einen dösenden Soldaten vor dem Bildschirm, auf dem die Röntgenbilder des Gepäcks vorbeiflimmern. Vor kurzem habe ich eine Soldatin beobachtet, wie sie ihre falschen Wimpern befestigte und ihren pinken Lippenstift nachzog.
Auf der anderen Seite der Scheibe ziehen währenddessen ältere Herren ihre Schuhe und Gürtel aus und leeren ihre Taschen, bevor sie durch den Metalldetektor gehen. Nach zwei weiteren Drehkreuzen und 20 bis 60 Metern Gittergang steht man dann auf der anderen Seite des Checkpoints.

Mein Ziel in diesem Sommer war es, den Checkpoint zu passieren, ohne auch nur einmal einen erhöhten Puls zu haben. Es ist mir nicht gelungen. Die Drehkreuze sind immer nur für eine kurze Zeit geöffnet, die meiste Zeit sind sie blockiert. Sobald man ein erlösendes Klicken hört und die Drehkreuze wieder freigegeben sind, werden sie geradezu gestürmt von der wartenden Masse. Wenn die Drehkreuze plötzlich, ohne Vorwarnung, wieder blockiert werden, knallt der Vorderste in der Reihe mit seinem ganzen Körper gegen die harten Eisenstangen. Manchmal stoppen die Drehkreuze auch mitten in der Drehung und man ist für die nächsten drei bis zehn Minuten gefangen im beengten Raum. Auch ich bin oft auf diese Weise steckengeblieben, mir gegenüber die jungen Soldaten und Soldatinnen hinter ihren Scheiben. Immer wieder sieht man Palästinenser, denen der Durchgang verwehrt wird und die niedergeschlagen Richtung Westjordanland zurückkehren.
Wenn man den Checkpoint verlässt, werden die kreischenden Stimmen aus den Lautsprechern leiser. Ich setze mich in den Bus nach Jerusalem. Dieser fährt erst, wenn jeder Platz besetzt ist. Dieselbe Prozedur erlebte ich auch schon im Bus von Ramallah zum Qalandia-Checkpoint. Im Durchschnitt dauert meine 20-Kilometer-Reise von Ramallah nach Jerusalem 1,5 Stunden.

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Seit einem Monat bin ich nun als Menschenrechtsbeobachterin im Westjordanland tätig. Das internationale Programm Ecumenical Accompaniment Programme in Palestine and Israel (EAPPI) hat mehr als 30 Menschenrechtsbeobachtende (Ecumenical Accompaniers = EAs) im Westjordanland und in Ost-Jerusalem stationiert. Eine der Aufgaben der EAs ist es, die Checkpoints entlang der Sperranlage regelmässig zu überwachen. Dazu gehört, die passierenden Leute zu zählen und Menschenrechtsverletzungen zu dokumentieren.

So geschieht es auch während des Ramadan-Monats. Muslime fasten während dieser Zeit jeweils für 16 Stunden pro Tag. Dessen ungeachtet gehen die Palästinenser ihrer Arbeit in Israel weiterhin nach. Am Ramadan-Freitag, einem der höchsten Feiertage für Muslime, durchqueren zwischen 05.30 und 09.30 Uhr durchschnittlich 31’000 Palästinenser den Qalandia-Checkpoint. Es ist das zweite Jahr, in dem viele Palästinenser für die Zeit des Ramadans eine einmonatige Bewilligung dafür bekommen haben, nach Israel zu gehen um dort in der Al-Aqsa Moschee zu beten. Zu Ende des Ramadans wird jeweils drei Tage lang gefeiert und reichlich gegessen. Viele Palästinenser nutzen am letzten Feiertag die Gelegenheit für einen Badeausflug nach Tel Aviv. An diesem Tag bin auch ich dort. Busweise kommen die Menschenströme an und ergiessen sich über den Strand. Von den Grosseltern bis zu den Kleinkindern, ganze Clans vereinen sich und manchmal ist auch der halbe Hausrat mit dabei. Viele Kinder erleben es wohl das erste Mal, dass sie am Meer spielen können, im Ungewissen darüber, wann das nächste Mal sein wird. Inmitten all der feiernden Palästinenser macht es plötzlich „crack“. Etwas in mir zerbricht an der Ohnmacht über die Absurdität dieser Situation.

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Stimmen aus Palästina und Israel

12 Dez
Familie Ihab in Kafr Qaddum, 11.12, Maria

Familie Ihab in Kafr Qaddum, 11.12, Maria

„Wir haben die schönsten Momente mit euch und die schwierigsten, wenn ihr geht. Wenn ihr hier seid, vergessen wir das harte Leben und wir können mit euch lachen.“ 24.11.12, Ruba (ganz rechts), Kafr Qaddum.

 

Mauer in Nazlat Isa, 10.12, Maria

Mauer in Nazlat Isa, 10.12, Maria

„Das Ziel der isrealischen Regierung ist, möglichst viel Land mit möglichst wenig Palästinensern zu haben. Damit die Palästinenser das Land verlassen, muss ihr Leben unmöglich gemacht werden. Viele sind schon gegangen.“ 04.09.12, Machsom Watch (israelische Menschenrechtsorganisation).

 

Wöchentliche Demonstration für inhaftierte Palästinenser in israelischen Gefängnissen, Tulkarm, 09.12, Maria

Wöchentliche Demonstration für inhaftierte Palästinenser in israelischen Gefängnissen, Tulkarm,
09.12, Maria

„Unsere Psychologen behandeln posttraumatische Beschwerden – aber was können wir schon tun, wenn die Gefahr immer noch präsent ist? Alles was wir tun können, ist die Symptome zu behandeln um die Situation der Betroffenen ein wenig zu erleichtern.“ 06.10.12, Bashar, Psycholog UNWRA Center, Flüchtlingslager Tulkarm.

 

Fayez auf seinen Feldern, 11.12, Maria

Fayez auf seinen Feldern, 11.12, Maria

„Wir leben in einer Situation, die schlimmer als Apartheid ist.“ 22.11.12, Fayez, Bio-Bauer Tulkarm.

 

Frauengruppe im UNWRA-Center Tulkarm, 11.12, Maria

Frauengruppe im UNWRA-Center Tulkarm, 11.12, Maria

„Ihr lebt in Frieden und auch wir möchten in Frieden leben. Wir lieben Frieden.“ 24.11.12, Frauen aus UNWRA-Center, Flüchtlingslager Tulkarm.

 

Mittagessen bei Suzan und Jamal in Shufa, 11.12, Maria

Mittagessen bei Suzan und Jamal in Shufa, 11.12, Maria

„Zwei Staaten bedeutet konstanter Krieg. In allen Ländern leben verschiedene Ethnien zusammen und es funktioniert.“ 21.11.12, Jamal, Rektor.

 

Tel Aviv, 09.12, Maria

Tel Aviv, 09.12, Maria

„Die Mehrheit der Israelis hat keine Ahnung, was in Palästina abgeht. Israelis bekommen die Besetzung in keiner Weise zu spüren.“ 06.09.12, Avner, Breaking the Silence (israelische Bürgerrechtsbewegung von ehemaligen und aktiven Soldaten).

 

Mauer in Bethlehem, 11.12,  Maria

Mauer in Bethlehem, 11.12, Maria

„Die jungen Menschen sind bereit für eine dritte Intifada. Aber die palästinensische Autonomiebehörde will das verhindern, weil die Palästinenser viel verlieren würden.“ 20.11.12, Abdulkarim Sadi, B’tselem.

 

Auseinandersetzung zwischen israelischem Militär und palästinensischen Jugendlichen, Qalandia Checkpoint, 11.12, Maria

Auseinandersetzung zwischen israelischem Militär und palästinensischen Jugendlichen, Qalandia Checkpoint, 11.12, Maria

„Wir, die alte Generation, haben fertig gekämpft, aber unsere Kinder sind sehr wütend.“ 21.11.12, Jamal, Rektor.

 

Livelihood Gate in Nazlat Isa - palästinensische Schüler passieren das Gate jeden Tag,  10.12, Maria

Livelihood Gate in Nazlat Isa – palästinensische Schüler passieren das Gate jeden Tag,
10.12, Maria

„Wie kann die Situation schon besser werden, wenn die einzigen Israelis, die palästinensische Kinder sehen, Soldaten und Siedler sind? Und wenn das einzige, was israelische Kinder über Palästinenser lernen, ist, dass sie eine Gefahr für den Staat Israel darstellen?“ 10.10.12, Yudit, Yesh Din (israelische Menschenrechtsorganisation).

 

Spielplatz in Bethlehem, 11.12, Maria

Spielplatz in Bethlehem, 11.12, Maria

„Israel profitiert von der Besetzung, wieso sollen sie sie stoppen?“ 20.11.12, Abdulkarim Sadi, B’tselem.

 

Mauer in Bethlehem, 11.12,  Maria

Mauer in Bethlehem, 11.12, Maria

„Jeder andere Staat, der Palästina besetzten würde, würde von der Welt bekämpft werden. Jeder ausser Israel.“ 17.11.12, Nassar Ibrahim, Alternative Information Center, Bethlehem.

 

Graffiti auf Mauer in Bethlehem, 11.12, Maria

Graffiti auf Mauer in Bethlehem, 11.12, Maria

„Um die Besetzung zu beenden, muss man pro Frieden sein. Pro Frieden heisst pro Israel und pro Palästina.“ 06.09.12, Avner, Breaking the Silence (israelische Bürgerrechtsbewegung von ehemaligen und aktiven Soldaten).

Gestohlene Oliven

11 Nov
Von Feuer beschädigter Olivenhain in Far'ata, 09.12, Maria

Von Feuer beschädigter Olivenhain in Far’ata, 09.12, Maria

Die letzten paar Wochen war Hochsaison in der Olivenernte hier in Palästina. Acht Millionen Bäume tragen zum Lebensunterhalt von 80‘000 Familien bei.

An der Olivenernte beteiligt sich jeweils die ganze Familie. Es werden Lieder gesungen und im Schatten der Bäume wird süsser Tee mit Nana (Minze) und arabischer Kaffee getrunken. Zur Mittagszeit findet ein traditionelles Picknick statt: Frischgebackenes Fladenbrot ist die Grundlage der Mahlzeit. Dazu gibt es Hummus, Auberginensalat, Tomaten, Gurken, Eier, Zatar (Gewürzmischung aus Thymian, Sesam und Salz) und reichlich Olivenöl, das für die Palästinenser täglich auf dem Speiseplan steht: Ein guter lokaler Kontakt unseres Teams hat einmal gesagt, er könne keinen Tag beginnen ohne eine Portion Olivenöl mit frischem Brot und Zatar.

Die Olivenbäume sind für Palästinenser ein Teil der Familie und sie werden dementsprechend mit viel Sorgfalt gepflegt. So wurden die Bäume über Generation weitergegeben, zum Teil sind sie 3000 Jahre alt.

Seit jedoch illegale israelische Siedlungen in der Westbank gebaut werden und die Mauer bzw. der Zaun das Land durchschneidet, hat sich die Situation für die Besitzer von Olivenbäumen drastisch geändert. Viele Olivenhaine in der Seam Zone (zwischen grüner Linie und der Mauer/Zaun) und in der Nähe von Siedlungen sind nur mit bestimmten Genehmigungen zugänglich und das oft nur während ein paar Tagen im Jahr. Um Attacken von israelischen Siedlern vorzubeugen, wird während dieser Zeit der Zugang zu den Olivenhainen von der israelischen Armee sichergestellt. Viele beantragte Genehmigungen werden abgelehnt und oftmals bekommen nur die Familienältesten, also die Grosseltern, eine Genehmigung.

Dieses Jahr wurden bis Mitte Oktober 7500 Olivenbäume von israelischen Siedlern zerstört. Die Bäume wurden abgeholzt oder abgebrannt – oder die erntereifen Oliven wurden gestohlen, bevor es den Palästinenser erlaubt war, ihre Haine zu betreten.

Am ersten Tag, an dem die Palästinenser auf ihre Felder durften, rief mich Abu Wael, ein Bauer aus Far’ata (ein Dorf nahe einer Siedlung) an. Er erzählte mir, dass er die Mehrheit seiner Olivenbäume abgeerntet vorgefunden hat. Begleitet von israelischen Soldaten haben wir darauf zusammen das Land betreten und uns ein Bild von der Situation gemacht. Die Bäume sind offensichtlich erst kürzlich abgeerntet worden. Rund um die Bäume lagen frisch geschnittene Äste. Einer der Soldaten hat mich gefragt, was denn das Problem sei. Als ich ihn über die gestohlenen Oliven aufgeklärt habe, meinte er das stimme nicht. Vielmehr gäbe es gute und schlechte Jahre für die Olivenernte und das aktuelle Jahr sei halt ein schlechtes gewesen.

Zusammen mit Yesh Din, einer israelischen Menschenrechtsorganisation, habe ich Abu Wael auf den Polizeiposten in der nächsten Siedlung begleitet um Anzeige zu erstatten. Yudit von Yesh Din war entsetzt über den Vorfall und hat gesagt: „Wie ist es möglich, dass dutzende Siedler zusammen während der Nacht in einen bewachten Olivenhain eindringen können, ohne von der israelischen Armee gestoppt zu werden, während gleichzeitig ein einzelner Palästinenser von zwei Militärfahrzeugen und mehreren Soldaten umringt wird? Hat die israelische Armee Kameras, die Juden automatisch aus dem Bild schneiden?“

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Video: Beweggründe nationalistischer Siedler

 

Mauern, Zäune und Stacheldraht

10 Okt
1949 wurde eine Grenze zwischen Israel und einem zukünftigen palästinensischen Staat definiert: Die „Grüne Linie“.
UNOCHA 2011

UNOCHA 2011

Seit 2002 baut Israel eine Mauer, die das Westjordanland umschliessen soll. Die Mauer führt jedoch nicht der Grünen Linie entlang, sondern befindet sich (wenn fertig gestellt) zu 85% innerhalb des Westjordanlands.
UNOCHA 2011 rot: Mauer, violett: israelische Siedlungen, gelb: palästinensische Ortschaften schwarz: geplante Mauern-Route

UNOCHA 2011
rot: Mauer, violett: israelische Siedlungen, gelb: palästinensische Ortschaften
schwarz: geplante Mauern-Route

Mauer bei Bethlehem, 08.12, Teresa Mayr

Die Mauer ist 708 Kilometer lang und bis zu 8 Meter hoch (zum Vergleich: die Berliner Mauer war 4 Meter hoch). Entlang der Mauer und innerhalb des Westjordanlands gibt es 88 Checkpoints und 426 weitere Absperrungen wie Barrieren, Strassensperren und Erddämme.

Checkpoint At Tayba, 10.12, Maria 3'000 Palästinenser durchqueren den Checkpoint jeden Morgen um an   ihren Arbeitsort in Israel zu gelangen. Der Checkpoint öffnet um 4 Uhr  morgens. Zum Teil warten die Arbeiter ab 2 Uhr morgens um  um 7 Uhr an ihrem Arbeitsort zu sein.

Checkpoint At Tayba, 10.12, Maria
3’000 Palästinenser durchqueren den Checkpoint jeden Morgen um an
ihren Arbeitsort in Israel zu gelangen. Der Checkpoint öffnet um 4 Uhr
morgens. Zum Teil warten die Arbeiter ab 2 Uhr morgens um
um 7 Uhr an ihrem Arbeitsort zu sein.

Landwirtschaftliches Gate Deir al Ghusun, 09.12, Maria Das Gate ist drei Mal am Tag für je eine halbe Stunde geöffnet. Ca. 30 palästinensische Bauern durchqueren das Gate jeden Morgen.

Landwirtschaftliches Gate Deir al Ghusun, 09.12, Maria
Das Gate ist drei Mal am Tag für je eine halbe Stunde geöffnet.
Ca. 30 palästinensische Bauern durchqueren das Gate jeden Morgen.

Livelihood Gate Khirbet Jubara, 10.12, Maria Ein Schulbus mit ca. 50 palästinensischen Kindern durchquert das  Gate jeden Morgen. Zum Teil wird der Bus von den israelischen Soldaten  aufgehalten und die Kinder verpassen ihre erste Unterrichtsstunde.

Livelihood Gate Khirbet Jubara, 10.12, Maria
Ein Schulbus mit ca. 50 palästinensischen Kindern durchquert das
Gate jeden Morgen. Zum Teil wird der Bus von den israelischen Soldaten
aufgehalten und die Kinder verpassen ihre erste Unterrichtsstunde.

Im Westjordanland befinden sich 500‘000 israelische Siedler, die in 150 Siedlungen wohnen. Der Siedlungsbau ist gemäss internationalem humanitärem Völkerrecht illegal.

Siedlung Avne Hefez, 10.12, photo by Maria S.

Siedlung Avne Hefez, 10.12, Maria

Die Palästinenser betrachten den Mauerbau als Mittel Israels zur ethnischen Säuberung und nennen die Sperre teils die „Apartheid-Mauer“. In der Google-Suche nach „Apartheid“ wird Israel an zweiter Stelle nach Südafrika aufgeführt. Gemäss der israelischen Regierung dient die Mauer der Sicherheit von Israels Bürger. Die meisten Handlungen der israelischen Regierung und der Armee, die keine rechtliche Basis haben, werden mit „Sicherheitsgründen“ gerechtfertigt. Zum Beispiel auch, dass dieses Auto (im Bild unten) beladen mit frischen Eiern einen Checkpoint nicht passieren durfte. Es waren zu viele Eier. Aus Sicherheitsgründen. Eine halbe Stunde später und 50 Eier weniger war die Fracht dann keine Gefahr mehr für Israel und das Auto konnte den Checkpoint durchqueren.
*Seam Zone: Land zwischen der Grünen Linie und der Mauer

Eine Stadt und 2000 Soldaten

1 Okt
Eingang zur Siedlung Beit Hadassah, 09.12, Maria

Eingang zur Siedlung Beit Hadassah, 09.12, Maria

Hebron ist die grösste Stadt im Westjordanland und liegt etwa eine halbe Stunde südlich von Bethlehem. Es ist die einzige Stadt im Westjordanland, in der sich jüdische Siedlungen direkt im Stadtkern befinden. Das Stadtgebiet Hebrons ist in zwei Zonen unterteilt: H1 und H2. H1 steht unter der Verwaltung der palästinensischen Autonomiebehörde, H2 unter israelischer Militärkontrolle. In Hebron wohnen 170‘000 Palästinenser und 500 israelische Siedler, die wiederum von 2‘000 israelischen Soldaten beschützt werden.
Separationsprinzip auf Strasse in Hebron: Palästinenser links / israelische Siedler rechts, 09.12, Harald V.

Separationsprinzip auf Strasse in Hebron: Palästinenser links / israelische Siedler rechts, 09.12, Harald V.

In der H2-Zone wird vom israelischen Militär offen ein Separationsprinzip betrieben. Palästinenser ist der Zugang zu gewissen Gebieten untersagt oder nur mit bestimmten Bewilligungen erlaubt. Es gibt zum Beispiel Strassen, die Palästinenser nur benutzen dürfen, wenn sie sozusagen im Graben neben der Strasse gehen. Nutzen sie die Strasse trotzdem, können sie verhaftet werden. Solche Gefängnisaufenthalte dauern dann nicht selten 6 bis 24 Monate.
Gewalttätige Konfrontationen zwischen israelischen Siedlern und Palästinensern stehen an der Tagesordnung. Die in Hebron lebenden Siedler gelten als besonders nationalistisch und militant. Viele Siedler tragen ihre Waffen ständig auf sich und offen zur Schau. Siedlerkinder behelfen sich manchmal mit Steinen und Stöcken, mit denen sie palästinensische Kinder auf dem Schulweg attackieren. So kommt es auch, dass die israelischen Soldaten oftmals die Palästinenser vor Siedlerattacken schützen müssen, obwohl sie ursprünglich zum Schutz der Siedler stationiert wurden.
palästinensische Schüler am Checkpoint 56, 09.12, Harald V.

palästinensische Schüler am Checkpoint 56, 09.12, Harald V.

An die 25 Kinder müssen täglich einen Checkpoint passieren um von der H1- in die H2-Zone zu gelangen, dort befindet sich ihre Schule. Der Checkpoint wird stets von mehreren bewaffneten israelischen Soldaten bewacht. Die Kinder müssen durch Metalldetektoren, werden abgetastet und/oder ihre Schultaschen werden durchsucht. Die meisten Kinder haben sich der Situation angepasst, lachen und spielen neben den Soldaten und grüssen uns herzlich. Einige Mutige versuchen, was es leiden mag und provozieren gerne und gekonnt indem sie besonders laut und nahe der Soldaten spielen. Und für einige der Kinder ist der Frust ein ständiger Begleiter geworden und sie versuchen, ihm bei jeder Gelegenheit freien Lauf zu lassen – so, dass auch ich schon als „Esel“ oder „verrückt“ beschimpft wurde.
Schulweg: palästinensische Schüler und israelische Soldaten, 26.09.12, Maria

Schulweg: palästinensische Schüler und israelische Soldaten, 26.09.12, Maria

Meer für Tulkarms Kinder

26 Sep
Maria

Strand nördlich von Tel Aviv, 22.09.10, Maria

Gestern bin ich nach drei Tagenaus Tel Aviv zurückgekehrt. Tel Aviv ist nur 50 Kilometer und ca. 40 Minuten Fahrt von Tulkarm entfernt. Doch um die Stadt mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, kann es schon mal fünf Stunden dauern.
Wegen der Mauer zwischen dem israelischen Kernland und dem Westjordanland kann Israel mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur noch über Jerusalem erreicht werden (Tulkarm –Ramallah – Jerusalem – Tel Aviv) – eine Strecke von etwa 200 Kilometern. Die West-Ost-Schnellstrassen, die Israel mit dem Westjordanland verbinden, sind oft nur für Israelis befahrbar und werden als Verbindungsstrassen zu israelischen Siedlungen im Westjordanland genutzt. Die rund 66 Checkpoints entlang der Mauer sind für Palästinenser mit einer Westjordanland-ID nicht oder nur mit bestimmten Bewilligungen passierbar. Seit dem Mauerbau im Jahr 2003 ist den Menschen aus Tulkarm der Zugang zum Meer ohne entsprechende Bewilligung verwehrt. Und das, obwohl sie das Meer sehen und riechen können.

Vor meiner Fahrt nach Tel Aviv hat mich M. T. (Taxifahrer und Dolmetscher unserer Organisation) gebeten, ihm eine kleine Flasche mit Sand und eine grosse Flasche mit Meerwasser von der Küste mitzubringen. Er hat schon viele solcher Flaschen zu Hause. Irgendwann möchte er für seine Kinder ein kleines Meer-Aquarium in seiner Wohnung aufstellen. Keines seiner vier Kinder war je am Meer.

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Tulkarm

18 Sep

Tulkarm ist eine Stadt im Nordwesten des Westjordanlands und hat ca. 81‘000 Einwohner. Auf dem Stadgebiet befinden sich auch zwei Flüchtlingslager. Die Grüne Linie, die Grenze zwischen Israel und Palästina von 1967, führt direkt an Tulkarm vorbei. Zudem ist die Stadt von der Mauer und zahlreichen Checkpoints umringt. Tulkarm liegt in der Zone A (vollständig von der Palästinensischen Autonomiebehörde kontrolliert), jedoch hat die Israelische Armee die Erlaubnis die Zone zu beschreiten. Das Land um Tulkarm ist sehr fruchtbar und die Landwirtschaft ist ein wichtiger Teil des wirtschaftlichen und sozialen Lebens in der Region. Obwohl Tulkarm nur 14 Kilometer vom Meer entfernt liegt, ist es Menschen mit einer Identitätskarte des Westjordanlands seit dem Bau der Mauer normalerweise nicht erlaubt dorthin zu fahren. Auch trennt die Mauer teilweise landwirtschaftliches Land vom Wohnsitz der Bauern. Um die Bevölkerung zu unterstützen, engagiert sich EAPPI in verschiedenen Bereichen:

  • Beobachtung von Checkpoints und landwirtschaftlichen Gates
  • Präsenz im Flüchtlingslager Tulkarm, einschliesslich Englisch-Konversationskursen im Frauenzentrum
  • Kontakt zum Kinder- und Jugendzentrum Dar Qandeel
  • Besuche im Waisenhaus des Roten Halbmonds
  • Kontakte zu Universitäten
    Karte Tulkarm

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